Elbas kleines ABC zur Sexualkunde

27,0040,00 Inkl. MwSt.

Ein fachlich fundiertes Buch mit einer realistischen Geschichte für Kinder und Erwachsene und einem ausführlichen Nachwort über die sexuelle Entwicklung von Kindern. Autorin ist Psychologin und Lektorin für Pädagogik. Mit ihrem Wissen über Psychologie und Neurologie wurde die Autorin auf die negativen Konsequenzen aufmerksam, die entstehen können, wenn Kinder daran gehindert werden, nach und nach ihre eigene Sexualität zu erforschen.

Das Buch wendet sich in erster Linie an Kinder in Kindertagesstätten und Vor- und Grundschulen, mit einer wirklichkeitsnahe Geschichte, und hat auch einen Auftrag, der aktueller ist denn je: Erwachsene müssen Kinder bei der Entwicklung von Vertrautheit zum eigenen Körper und Feingefühl gegenüber den
Mitmenschen und den gesellschaftlichen Normen unterstützen und unterweisen.

Jeder Abschnitt wird mit einer Reihe von Fragen beendet. Sie dienen zur Anregung für Gespräche oder kurze schriftliche Antworten. Bei etwas älteren Kindern eignet das Buch sich auch als Leichtleselektüre eventuell in Verbindung mit dem Hörbuch.

Nicht zuletzt kann das Wissen über den eigenen Körper und die eigene Sexualität ein Schutz gegen sexuellen Missbrauch sein.

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Beschreibung

Hardcover: Ein Hardcover mit einem stabilen Einband, welches das Buch sehr solide und angenehm zum lesen macht, für z.b. Kinder, da man das Buch auf beliebiger Seite aufschlagen kann, und die Seiten flach liegen bleiben.
Das Buch ist in Premiumsqualität gedruckt und misst 17x22cm

Taschenbuch: Inhaltlich eine treue Kopie des Hardcovers. Der Umschlag und die Klebung im Buchrücken machen das Taschenbuch jedoch wesentlich leichter als das eingebundene. Das macht das Buch wesentlich leichter um es z.b. in einer Tasche dabei zu haben.
Letztendlich ist das Taschenbuch günstiger in der Anschaffung.

2 Bewertungen für Elbas kleines ABC zur Sexualkunde

  1. Anne Rudbeck

    Über Sexualität zu reden kann schwer sein, aber wir müssen es versuchen

    Frida Nøddebo Nyrups Buch über Elba, die etwas über Vulva und Penis und noch vieles mehr lernt, ist in der immer noch sehr begrenzten Zahl der Kinderbücher über Sexualität von Kindern ein erfrischender Beitrag; besonders, weil Doktorspiele und die Tabuisierung der sexuellen Neugierde bei Kindern im Buch nicht.

    Wer Pädagogikstudierende in Sexualität, Geschlecht und Vielfältigkeit unterrichtet, weiß, dass die Entfaltung der Sexualität in Kinderhöhe (noch immer) viel zu wünschen übrig lässt. Das Wissen über dieses Defizit stammt von einer Analyse der einschlägigen Literatur und Forschung und von der Arbeit von Pädagogikstudierenden, die aus ihren Praktika in den dänischen Institutionen berichten, dass die sexuelle Entwicklung von Kindern und ihre sexuelle Neugierde vielerorts noch immer tabu sind. Mögliche Konsequenz: Kinder wachsen mit einer Einstellung zu Sexualität auf als etwas, das umgelenkt und versteckt werden muss. Das kann ihnen eine Distanz zum eigenen Körper und zur eigenen Sexualität geben – und das wünscht sich niemand.

    Frida Nøddebo Nyrup erlebte es ähnlich und darum schrieb sie ein Buch für Kindergarten- und Vorschulkinder, das in einer spannenden Geschichte über das Mädchen Elba die Sexualität von Kindern erforscht, die Anatomie des männlichen und weiblichen Körpers kennen lernt, Grenzen setzt und Verständnis für die Normen erlangt, die unsere Gesellschaft in puncto Sex, sexuelle Neugierde und den Unterschied zwischen Sexualität bei Kindern und bei Erwachsenen aufgestellt hat. Hier soll erwähnt werden, dass eben dieser Unterschied zwischen Sexualität bei Kindern und Sexualität bei Erwachsenen Fakt ist. Er ist markant, wird aber oft ignoriert. Das mag der Grund dafür sein, dass viele Erwachsene noch immer peinlich berührt sind und aus dem Gleichgewicht gebracht werden, wenn Kinder im Kissenzimmer Doktor spielen oder sich in der Vorschulklasse auf einem Sofarücken rhythmisch hin- und herbewegen.

    Im Vorwort fordert die Autorin den Leser dazu auf, dass man als Fachperson bzw. Erwachsener auf mehreren verschiedenen Ebenen mit Kindern über Sexualität spricht. Als Hilfe dient ein Dialogzirkel, der Wege zeigt, wie man mit Kindern über Sexualität sprechen kann. Das wird im Nachwort des Buchs näher erläutert. Es folgt die Geschichte des Kindergartenmädchens Elba, das neugierig auf ihre Scheide wird und spürt, wie schön es sich anfühlt, wenn diese mit einer Feder oder Rieselsand stimuliert wird. All das erlebt Elba zusammen mit ihrer Freundin aus dem Kindergarten. In der Erzählung tragen Elbas Eltern mit einem Anatomiebuch bei und der Erzieher Anton zeigt den Kindern, wie man Grenzen setzt und lernt, sich gegenseitig zu respektieren. Allen Kapiteln im Buch folgen Fragen zur Inspiration. Für etwas größere Kinder ist der Text leicht zu lesen, sie können das Buch also selbst lesen und eventuell die Fragen schriftlich beantworten. An dieser Stelle möchte ich die Debatte an den dänischen Schulen erwähnen, wo Lehrern laut eigener Aussage das Fachwissen für den Sexualunterricht fehlt – hier kann „Elbas kleines ABC zur Sexualkunde“ ein wichtiger Beitrag sein, wie man Grenzen setzt, den Körper (und seine Unterschiede) erklärt und darüber spricht, was sich schön anfühlt. Das Buch hat mit anderen Worten großes didaktisches Potenzial und ist für Lehrer und Erzieher ein praktisches Werkzeug in schwierigen Gesprächen.

    Die Illustrationen sind ansprechend und der Anatomieteil sehr naturgetreu. Ein witziges Detail ist die Schildkröte Tortelli, die sich als niedliches und wiedererkennbares Kuscheltier durch Elbas Abenteuer zieht. Einige Leser mögen fühlen, dass hier persönliche Grenzen überschritten werden, wenn Elbas Vater den Spiegel hält, damit Elba sich ihre äußeren Geschlechtsorgane anschauen kann, aber ich denke, hier ist das Gleichheitsprinzip wichtig, denn kann es nicht ebenso gut der Vater wie die Mutter sein, mit der Elba das Gespräch über die Anatomie des Körpers hat?

    Im Nachwort der Buchs wird der Leser auf eine Reise eingeladen, die die Sicht auf die Sexualität von Kindern im Wandel der Zeit zeigt – und man versteht plötzlich, warum es noch heute schwer sein kann, über Sexualität zu sprechen, und auch, warum unsere Erzieher sich manchmal in einem Dilemma zwischen fachlichem Wissen und gesellschaftlicher Sicht auf die Sexualität von Kindern finden. Das Nachwort gibt ein besseres Verständlich für die Entwicklung der Sexualität und wie und warum Verbot, Demütigung und Tabuisierung der Sexualität in der Kindheit die Sexualität im Erwachsenenalter hemmen oder sogar zerstören können.

    Ein humorvolles Detail im Nachwort sind die kleinen Berichte über die Sexualität von Kindern an anderen Orten der Welt. Diese Geschichten unterstützen meine Ansicht, dass die Sicht auf die Sexualität von Kindern in Dänemark ihren Ursprung in einem diskursiven und normativen Verständnis von Sexualität hat, mit dem das vorliegende Buch brechen will, indem es zum Dialog über das Natürliche und Normale in der sexuellen Neugierde von Kindern einlädt. Danke Frida – das Buch ist ab jetzt fester Bestandteil des Unterrichtspensums.

    Anne Fricke Rudbeck
    Cand.pæd. in der pädagogischen Anthropologie
    afru@ucsyd.dk
    Tlf: 72665083
    UCSyd, Campusallé 20, 6200 Aabenraa

  2. Jørgen Nancke

    Kennen Sie Vulva und Penis?
    Ich begegnete der Autorin und Lektorin für Pädagogik Frida Nøddebo Nyrup auf einer Buchausstellung, auf der sie ihr Buch „Elbas kleines ABC zur Sexualkunde“ vorstellte und ich erhielt sogar ein signiertes Exemplar. Ich studiere Lehramt, bin im letzten Jahr, und darum war mein Interesse groß, denn ich will für meinen Beruf gut gerüstet sein. Das Buch kam also in die Tasche und dort hat es bis vor Kurzem gelegen, bis ich es beim Aufräumen wiederfand.

    Eigentlich bin ich recht vorurteilsfrei und bin für natürliche Entwicklung, Neugierde und dass Kinder Platz brauchen, um das Leben, andere und nicht zuletzt sich selbst zu spüren – oder so dachte ich zumindest … Mir ging es wohl eher wie jenen, die im Vorbeigehen einen Blick auf die Überschrift dieser Rezension werfen …

    „Papa, willst du nicht meine Vulva streicheln – ich glaube, das wäre schön!“ fragt das Mädchen Elba ihren Vater, als sie zusammen auf dem Sofa sitzen. Ergänzt wird das Ganze durch eine veranschaulichende Zeichnung, die zeigt, wie Elba ihr Kleid hochzieht. Ich fühlte mich ganz verkehrt. In meinem Kopf blinkte die rote Lampe und ich bekam diese Lege-das-Buch-weg-bevor-dich-jemand-damit-sieht-Reaktion, während ich am liebsten beide Hände über den Kopf gehalten hätte, Handflächen nach vorn, um auf ein „Freeze!“ eines schwer bewaffneten SWAT-Teamleiters in Schwarz zu warten, während ein kleiner roter Punkt auf meiner Stirn tanzt.

    Meine Frau erinnerte mich jedoch daran, dass einer unserer Töchter sich, als sie ein Jahr alt war, manchmal am Bein unseres Couchtisches rieb, wenn sie auf dem Teppich lag und spielte. Als Vater einer Patchworkfamilie mit sechs Kindern habe ich dieses Verhalten schon mehrmals beobachtet und ich erinnere zum Glück nicht, dass ich geschimpft habe, allerhöchstens habe ich es ignoriert. „Es ist ok, dass du so etwas machst, aber bitte in deinem Zimmer.“ Das sagten wir, als sie größer wurden, vielleicht Elbas Alter. Ich denke, wir taten es, damit wir uns nicht mit diesem gefährlichen Gebiet auseinandersetzen mussten, wo die schmutzigen Worte liegen und lauern – die Medien haben mich da fest im Griff, merke ich.

    Später kriegte meine älteste Tochter einen Freund, wir waren mit dem Auto unterwegs und ich erwähnte, dass es wichtig ist, dass sie nein sagen kann und dass sie nicht zu irgendetwas gezwungen war; belehrt durch Radiosendungen über das Sexualleben junger Leute, die sich durch die Filme im Internet beeinflussen lassen. „Keine Sorge, Papa, das tue ich auch, aber es fühlt sich schön an und ich kriege sogar einen Orgasmus“. Ich war wild schockiert, obwohl ich mich als modernen, trendigen und aufgeschlossenen Vater sah… Kinder sollen wissen, dass man Grenzen setzen kann und darf und dass man nicht zuletzt auf einander hören und diese Grenzen respektieren muss. Dieses Thema berührt das Buch auch.

    Meine eigenen Teenagejahre waren anders, kein Film, kein Internet… Ich hatte einen diskreten Ordner unter meinem Bett, mit Klarsichthüllen mit Mädchen mit oben ohne – nur mit Schlüpfer. ”Laila macht gern lange Spaziergänge am Strand und möchte auf Lolland Tierarztsekretärin werden…”, ja, das war schon recht exotisch. In meiner eigenen Gesellschaft verbrachte ich gemütliche Stunden unter der orangefarbenen Architektenlampe, während meine Eltern mit Ihren Freunden in der Stube Karten spielten und der Kassettenrekorder wehmütige Lieder abspielte. Ich bin sicher, dass meine staubsaugende Mutter es wusste, aber niemand sagte etwas, es war nicht verboten…

    Frida Nøddebo Nyrups Buch ist wunderbar illustriert, lässt nichts aus, und die Texte passen dazu. Es war schwer für mich, mich durch den Kinderbuchteil zu kämpfen, aber ich schaffte es, trotz meines inneren Konflikts zum Thema Sexualität von Kindern. Der zweite Teil, das Nachwort, brachte alles wieder ins Lot.
    Frida Nøddebo Nyrup sagt: Wenn Eltern Angst vor dem Gewitter haben, haben ihre Kinder als Erwachsene wahrscheinlich auch Angst vor dem Gewitter. Wenn Kinder also erleben, dass Dinge, die mit ihrem Körper zu tun haben, verboten oder dreckig sind, nehmen sie das mit ins Erwachsenenleben. Wenn wir nur Samenspender und Geburtsmaschinen wären, wäre das vielleicht egal, aber so ist es ja nicht, Sex ist mit Vergnügen verbunden, für uns und für andre.

    Sexualität bei Kindern ist gekommen, um zu bleiben, die Frage ist nun: Wie sprechen wir darüber?

    Mit diesem Buch spricht Frida Nøddebo Nyrup gezielt die Unwissenheit, Berührungsängste und den konfliktscheuen Zugang vieler an. Auch ich gehöre zu ihnen. „Jemand muss vornweg gehen“, wenn hier etwas geändert werden soll, und das tut Frida Nøddebo Nyrup.

    Jørgen Nancke
    Studentische Lehrer
    jona03423@edu.ucl.dk
    UCL Erhvervsakademi og Professionshøjskole
    Niels Bohrs Alle 1, 5230 Odense M

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